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Ein Hauch von Schottland in Katalonien

Hohe Bogenbrücken, uralte Häuser, die sich über unterschiedlich dunklen, jahrhundertealten Steinschichten am Flussufer vom El Brugent erheben. Von den kleinen Balkonen aus sind eine Mühle aus dem Jahr 1310 sowie Kapellen und Kirchen um 1500 zu sehen.

Der Charme des Mittelalters ist in Sant Feliu de Pallerols allgegenwärtig. Auf der ehemaligen Bahntrasse zwischen dem Dorf und Olot führt ein Spazierweg vorbei an Bauernhöfen, friedlich grasenden Schafen, Kühen und Ziegen bis zum geschichtsträchtigen La Rectoria de Sant Miquel de Pineda mitten im vulkanischen Naturschutzgebiet Garrotxa.

Hier ist neben einer schmucken Kapelle aus dem7. Jahrhundert  im dazugehörigen Pfarrhaus ein B & B entstanden. Wer dort übernachtet, spürt unmittelbar einen Hauch der Geschichte. "Die Nichte des Pastors lebte hier bis 2004. Sie wurde weit über 80 Jahre alt. Irgendwie ist der letzte Pastor des Hauses auch noch immer präsent. Fast ein wenig geisterhaft", erklärt die neue Inhaberin und Whiskyexpertin Goretti Raurell Salvador.

Nach zwei Jahren Planung restaurierte sie zusammen mit ihrem Mann Roy weitere 18 Monate das baufällige Anwesen nach historischem Vorbild. Herausgekommen ist ein schmuckes Kleinod, bei dem viel Wert auf Details gelegt wurde. Ein paar Einrichtungsgegenstände und alte schwarz-weiß Fotos erinnern noch an den originalen Zweck des Hauses mit den breiten, schweren Holzdielen im zentralen Raum zwischen der alten, erhaltenen Küche und dem Lesezimmer.

Dinner in der alten Lateinschule

Eine kulinarische Freude bedeutet ein Dinner in der alten Lateinschule. Der schottische Chefkoch Roy Lawson legt viel Wert auf beste Qualität der Waren. Manchmal kreiert er neue Kombinationen der Kost aus seiner Heimat Schottland mit  der Kataloniens. Buchweizen, weiße Bohnen und Maismehl sind dabei unumgänglich und quasi ein fester Bestandteil der Gerichte.

Roy und Goretti Raurell Salvador.
Roy und Goretti Raurell Salvador.

 

Als Vorspeise entscheidet er sich für einen Buchweizenpfannkuchen, gefüllt mit heimischen Waldpilzen und einer Spur Koriander in der Sauce. Bei dem Hauptgang "Mar i Montanya" serviert er als seine Antwort auf die typische Signatur der katalanischen Küche eine schmackhafte Kombination aus Seebarsch, Chorizo, Tintenfisch, Bohnen und Reis an einem reduzierten Sud aus Tomaten, Paprika, Zimt, Zwiebel und Rotwein.

Zum Dahinschmelzen das Dessert: Haselnuss-Meringue, Vanillesahne, Cointreau-Eiscreme und Himbeeren. "Meine Eltern hatten früher einen Bauernhof. Für Festessen bereitete meine Mutter immer Riesenportionen mit Meringue vor. Das hat mich zu dieser Nachspeise inspiriert", begründet Roy. "Nach dem Essen würde ich einen zwölf Jahre alte Caol Ila empfehlen. Das ist ein Whisky für jedermann. Er hat einen langen Abgang, zeigt Nuancen von salzigen Aromen des Meeres und vom torfigem Rauch".

Goretti kennt sich bestens aus. Schließlich war die Katalanin nach ihrem Geschichtsstudium mehrere Jahre in Schottland für Glenmormorange tätig. In Edinburgh lernte sich auch ihren Mann Roy, einen gebürtigen Schotten, kennen. Beide arbeiteten in dem Traditionshotel The Balmoral. "Das verbindet. Und wir hatten in dem Fünfsternehaus eine hervorragende Schulung", erklärt Roy seine Leidenschaft für ausgezeichnetes Essen.
 
Weitere Informationen: La Rectoria http://www.larectoriadesantmiquel.com/

Fotos: Carola Faber

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Zuletzt bearbeitet am 15/08/2017

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Autor

Carola Faber

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