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Back Trinken Kategorie: International Abwarten und Afternoon Tea trinken

Abwarten und Afternoon Tea trinken

Aus Kapstadt berichtet Lars Oldenbüttel
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"Wait, wait, wait", haucht Tea Master Sydney Moonsamy ruhig aber bestimmt in die unkundige Runde hinein. Der Hohepriester britisch-südafrikanischer Teekultur im Mount Nelson Hotel in Kapstadt mag die Ungeduld nun so gar nicht verstehen, mit der die deutschen Tee-Eleven vorzeitig das Reservoir aus der Kanne ziehen wollen, um am heißen Sud zu suckeln. "Du musst noch warten, warten", sagt er, und deutet dabei mit dem rechten Zeigefinger auf die Sanduhr, die in der oberen Hälfte noch wenige dutzend Sandkörner aufweist.

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Häufig genug wird der 63jährige diese Geste schon eingesetzt haben, um für den optimalen Geschmack der unterschiedlichsten Teemischungen zu sorgen. Geht es um die ideale Temperatur und bestmögliche Aromen-Entfaltung, duldet Moonsamy zur täglichen Teestunde zwischen 14.30 und 17.30 Uhr weder Kompromiss noch Widerspruch. Das beginnt schon bei der Teeauswahl. Das Studium der handbuchdicken Tee-Karte, die diverse Schwarztee-Sorten, Grünen oder Weißen Tee, Teemischungen wie dem Mount Nelson Blend (Darjeeling, Kenya, Assam, Keemun, Yunnan, Ceylon und Rosenblüten aus dem Mount Nelson-Garten) oder einem Earl Grey Blue, dessen Bergamotte-Note durch den Einsatz von Kornblumen etwas die Altherren-Odorierung "Olle Frau unterm Arm" verliert, wird durch Kommentare begleitet, die etwas über Herkunft, Mischungsintention und Geschmacksausrichtung verraten.

Ist die Auswahl zu seiner Zufriedenheit erfolgt, gibt es zur Belohnung ein leichtes Nicken vom Meister. Der Tee dampft mittlerweile in der Tasse. Rosen, Bergamotte, Teakholz und der Duft einer frisch gemähten Wiese schweben in der Luft, betören, und machen hungrig. Höchste Zeit also, uns der zweiten wesentlichen Komponente der Teestunde zu widmen: den kleinen leckeren Schweinerein in Form von Sandwiches, Scones und Torten.

Perfekt inszenierte Kuchenschlacht

Verantwortlich dafür zeichnet Pastry-Chefin Vicky Gurovic. Die sympathische Süßmamsell hat heute richtig aufgefahren und ihre Tee-Tafel biegt sich entsprechend fast unter all den Sahnetorten, Schokoladen- und Zitronenkuchen, frisch gebackenen Vickys kalorische SündenScones und Sandwiches mit Roast Beef, Lachs, Gurke oder Ei als Innenleben. Gleich mehrere kalorische Sünden wert sind die "melktert", eine typisch südafrikanische Tarte mit cremiger Milchfüllung und Früchten.

Der Legende nach soll Anna, Herzogin von Bedford, im frühen 19. Jahrhundert auf die Idee gekommen sein, zwischen Mittag- und Abendessen  eine weitere kleine Mahlzeit, die Teestunde, einzuschieben. Generell keine schlechte Idee und mittlerweile Ausdruck britischer Lebensart rund um den Globus. Den Gedanken jedoch, dass sich an dieser perfekt inszenierten Kuchenschlacht im Mount Nelson noch ein Abendessen anschließen könnte, sollte man tunlichst verdrängen und sich ohne Reue ganz den kulinarischen Vergnüglichkeiten hingeben. Für 185 Rand pro Person (knapp 20 Euro) ein übrigens durchaus leistbares Vergnügen.

Mount Nelson Hotel in Kapstadt:

KULINARIKER-Tipp: Drei Mal wöchentlich bedient Air France via Paris Kapstadt und bietet zusammen mit KLM insgesamt 24 Flüge pro Woche nach Südafrika an.

Weitere Informationen finden Sie unter www.mountnelson.co.za und www.airfrance.de.

Fotos: lol

 

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