Nicht nur die Schlösser haben dem Loiretal auf den 280 Kilometern Wegstrecke zwischen Sully-sur-Loire im Loiret und Chalonnes-sur-Loire im Anjou die Auszeichnung als Weltkulturerbe der UNESCO eingebracht – übrigens des größten in ganz Frankreich.
Auch die guten Weinlagen, das Mosaik unterschiedlicher Formen von gestalteter Natur und landwirtschaftlich genutzten Flächen sowie der Reichtum an historischen Dörfern und Städten tragen zur besonderen Anziehungskraft dieser über viele Jahrhunderte gewachsenen, vielseitigen Kulturlandschaft bei. Allein 300 Bauwerke von internationalem Rang – neben den Schlössern auch Landhäuser, Burgen, Klöster und Kirchen – laden zum Besuch ein.
Nicht ohne Grund wird das Loire-Tal als "Garten Frankreichs" bezeichnet: Die Hänge des Flusstals wirken wie ein Schutzwall gegen die Nordwinde und sorgen für ein mildes Klima. Beste Bedingungen für außergewöhnliche Weine, zu deren geschmacklicher Vielfalt auch die fruchtbaren Böden aus Tuffstein, Schiefer, Ton, Sand- und Kalkstein beitragen. Das wussten die Bauern der Region bereits während der Antike für ihre Weinkulturen zu nutzen. Doch erst die geschickten Winzermönche des Mittelalters sorgten für den wahren Aufschwung der regionalen Weine und ihre Verbreitung weit über das Loiretal hinaus. In unseren Tagen gibt es entlang der gemächlich über Sandbänke dahin ziehenden Loire und ihrer romantischen Nebenflüsse eine Vielzahl von Weinbaugebieten mit sehr unterschiedlichen mikroklimatischen Bedingungen und sehr eigenem terroire-typischen Charakter. Nach dem Bordelais und dem Rhônetal steht das Loiretal von Nantes bis Sancerre zudem an dritter Stelle der französischen Produktion von AOC-Weinen.
Renaissance der Rot- und Roséweine
Insgesamt rund 70.000 Hektar Rebland und vier Millionen Hektoliter Ertrag, davon allein knapp drei Millionen Hektoliter AOC-Weine, unterstreichen die wirtschaftliche Bedeutung des Weines. Die Region unterscheidet zwischen zwei Anbaugebieten: Der Touraine im Westen und dem Centre-Loire im Osten. Die vom Atlantikklima begünstigten Weinberge der Touraine umfassen rund 13.000 Hektar mit zwölf AOC-Lagen. Das Weinanbaugebiet des so genannten Centre-Loire in der Gegend von Bourges und Sancerre umfasst kleinere Weinanbaugebiete von insgesamt 5.000 Hektar mit einem Jahresertrag von 40 Millionen Flaschen - überwiegend fein strukturierte, frische und frucht betonte Weißweine mit Aromen, die an Ginster und Schwarze Johannisbeeren erinnern.
Aus dem Centre-Loire kommen aber auch vollmundige Rotweine mit langem Abgang und Roséweine mit delikaten, oft herbstlichen Aromen. Die "Route des Vignobles du Coeur de France", die Straße der Weinberge im Herzen Frankreichs, ist eine der beiden touristischen Weinstraßen, die fernab der großen Verkehrsadern zu den berühmten Weinlagen der Region führt. Von den Weinbergen der Coteaux du Giennois im Norden geht es zunächst an der Loire entlang nach Sancerre und dann weiter bis nach Châteaumeillant ganz im Süden. Die hier produzierten Rot- und Roséweine erleben gerade bei Weinkennern eine Renaissance. Auf dieser Weinberg-Route wechseln auch die Rebsorten: In Sancerre, Reuilly, Quincy und Menetou-Salon gedeiht Sauvignon Blanc – die Sorte, die besonders sensibel auf Böden und Klima reagiert – in Spitzenqualität. Rotweine werden hier aus den eigentlich typisch burgundischen Pinot-Noir- und Gamay-Trauben gewonnen.
Weitere Informationen finden Sie unter www.vins-centre-loire.com, www.maison-des-sancerre.com und www.vinsvaldeloire.fr.
Foto: Vins de Loire



Natürlich sind Agrar-Spekulanten längst auf der untersten moralischen
Stufe angekommen. Spekulationsgeschäfte mit Nahrung töten. Genau wie
Monokulturen, Biodiesel aus Soja oder Spekulationen mit Wasser. Indirekt
geschieht dies, selten dokumentiert, mit zeitlicher Verzögerung. Die
verantwortlichen Akteure süffeln von Provisionen und Boni längst schon
Cocktails an der Bar, wenn für Apinke und Sowande der Todeskampf erst
beginnt. Außerdem liefern Hungertote einfach weniger spektakuläre Bilder
als beispielsweise durch Kleinwaffen zerfetzte Leiber. Deutschland ist
an der Verbreitung der "Massenvernichtungswaffen des 21. Jahrhunderts"
(Kofi Annan) immerhin mit einem Exportvolumen von 76,15 Millionen Euro
(2012) beteiligt. Und was bitteschön hat (legaler) Waffenhandel mit
(legalen) Warentermingeschäften zu tun? Eine ganze Mange. Das Primat des
Ökonomischen bestimmt längst die Grenzen des Politischen und Moral taugt
nur bedingt als ökonomisch messbare Größe. Der mehrfach chemisch
gereinigte EU-Gesetzentwurf zur Eindämmung der Nahrungsmittelspekulation
ist hierfür nur ein weiterer Beleg, meint DER KULINARIKER.



