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Waldorf Astoria Berlin: Endspurt für die Neueröffnung

Aus Berlin berichtet Lars Oldenbüttel
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Es klopft, es hämmert und bohrt als begleitender Grundbeat zu den ersten drei Gängen des französischen Sternekochs Pierre Gagnaire im neu entstehenden Restaurant "Les Solistes" im Waldorf Astoria in Berlin.

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Noch deuten lediglich der rote Teppich am Eingang, zarte Tenor-Saxophonklänge und das angereiste Waldorf-Management nebst Image-Video darauf hin, dass hier im beeindruckenden 118 Meter hohen Wolkenkratzer aus Stein, Glas und Beton, in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof Zoo gelegen, eine der spannendsten europäischen Hotel-Neueröffnungen ("Eröffnung im Frühjahr 2012") der kommenden Jahre als Fünf-Sterne-Plus-Hotel mit Hochdruck umgesetzt wird.

Der Gebäudekomplex steht, das Innenleben, im Rohbau befindlich, noch nicht. Doch es bedarf dennoch nicht sonderlich viel Phantasie, sich vorzustellen, dass schon in wenigen Monaten die Einrichtung abgeschlossen ist, die ersten Gäste durch die luxuriöse Hotellobby schreiten, um den Weg zum Restaurant zu erfragen.

Gebautes Bekenntnis zu Berlin 

Denn man meint es bei Waldorf Astoria, der Edelmarke von Hilton, verdammt ernst. Die Verschalungen sind noch sichtbar und dennoch ist das Projekt schon jetzt eine klare Kampfansage an die Marktbegleiter der Hauptstadt: 232 Zimmer und Suiten, verteilt auf die ersten 15 Stockwerke sowie die Etagen 22 bis 31, sind zudem ein klares investorisches Statement für Berlin, die City West und den Bahnhof Sternekoch Pierre Gagnaire in BerlinZoo ohnehin, bei dem, eingerahmt von Erotikangeboten und Dönerbuden, heute wenig von zukünftigen Premium-Entwicklungen zu sehen ist.

Der Standort scheint, davon zumindest ist Hotelchef Friedrich W. Niemann, zuvor General Manager des Athenee Palace Hilton in Bukarest, überzeugt, gut gewählt: Die Gedächtniskirche ums Eck, der Kurfürstendamm nur einen energisch in den Himmel geschleuderten Steinwurf entfernt, positioniert sich das Hotel in einem durchaus zukunftsträchtigen Areal.

Zukunftsträchtig ist auch das kulinarische Konzept, mit dem Waldorf Astoria an den Start geht: Der 33-Jährigen Belgier Roel Lintermans, seit 2008 verantwortlich für Gagnaires Sterne-Restaurant Sketch in London, wird Küchenchef im Gourmetrestaurant "Les Solistes" und bringt einen Teil seiner Küchencrew mit nach Berlin. Auch beim Wechsel von der Themse an die Spree wird die bisherige Arbeitsteilung beibehalten. Während Pierre Gagnaire verantwortlich ist für das Küchenkonzept und die Menügestaltung des Restaurants, übernimmt Roel Lintermans die Regie am Kochtopf.

Flusskrebse auf Graupen

Vorwiegend französische Küche soll auf den Teller kommen und um regionale Adapte ergänzt werden. Einen kleinen Vorgeschmack auf diese durchaus verwegene Kombination liefert Gagniere gleich mit dem Hauptgericht ab: Sein Zander Müllerin mit kross gebratener Haut, wird begleitet von Flusskrebsen auf Das neue Waldorf AstoriaGraupen und Topinambur-Wasser mit Schwarzwurzeln. Selbst eingedenk der improvisierten Küche und im Kantinen-Ambiente serviert, ist hier schon eine Ausrichtung erkennbar, die zumindest einen Stern anstrebt – das Dutzend wäre für Gagnaire dann voll – und deutlich auf folkloristisch angehauchtes Lokalkolorit setzt.

"Gemeinsam wird das Team unseres neuen Restaurants die Eleganz und Klasse auf die Teller zaubern, die einem Waldorf Astoria Hotel gebührt", äußert sich Niemann selbstbewusst ob der kulinarischen Aussichten. Neben dem Hauptrestaurant sollen das Romanische Café – eine Reminiszenz an den legendären Literatentreff der 20er und 30er Jahre – eine Bar und die so genannte Peacock Alley, die Passage der Pfauen, die als Mischform von Bar, Lounge und Café als kumulationspunkt für die Gäste fungieren soll, das kulinarische Gesamtpaket abrunden.

Ob es im hart umkämpften Hotel- und Restaurantmarkt der Hauptstadt gelingt, bleibt abzuwarten. Die Voraussetzungen zumindest sind hierfür wahrlich keine schlechten.

Weitere Informationen finden Sie unter www.waldorfastoria.com.

Fotos: lol, Swan Operations Ltd., Waldorf Astoria

 

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