Back Leben Kategorie: Reisen Einkehr, Erleuchtung und Elend in Rishikesh

Einkehr, Erleuchtung und Elend in Rishikesh

Aus Indien berichtet Angelika Moeller
  • PDF
Beitragsseiten
Einkehr, Erleuchtung und Elend in Rishikesh
Seite 2
Alle Seiten

Übersetzt aus dem Sanskrit bedeutet "Ananda" Glückseligkeit. Diesem Anspruch stellt sich mit großem Engagement das Ananda in The Himalayas und wurde bereits mehrfach als "World´s No 1 Destination Spa" vom Condé Nast Traveller ausgezeichnet.

  • Zurück
  • 1 of 10
  • Weiter

An diesem Ort im Himalaya wird die Wissenschaft vom Leben, die vor fast 5000 Jahren ihren Anfang nahm und als Ayurveda bekannt ist, praktiziert. Das Ziel: eine Ausbalancierung von Körper, Geist und Seele. Aber der Reihe nach. Der achtstündige Nachtflug von Frankfurt nach Delhi mit Air India stimmt mit gutem Service und unaufdringlicher Freundlichkeit an Bord schon ein auf eine entspannte innere Grundhaltung. Nach sechs Stunden Wartezeit erfolgt der 50 minütige Weiterflug nach Dehrandun mit einer betagten Propellermaschine von Kingfisher Airline.

Die eigentliche Herausforderung stellt sich uns dann auf der Fahrt nach Rishikesh, der heiligen Stadt am Fuße des Himalaya. Rishikesh, die Geburtsstätte des Yoga nahe der eisigen Quellen des Ganges, ist Pilgerziel für internationale Sinnsucher, die in den zahlreichen Ashrams entlang des heiligen Flusses ihre Seele und die Lebenszentren ihres Körpers erfahren wollen. Für uns zeigen sich während der Fahrt schockierende Bilder des alltäglichen Lebens in Indien. Der Verkehr – ein Faszinosum, ein wahres Chaos. Die unbefestigten Straßen lassen Fahrzeuge nur sehr schwer vorankommen. Hunderte von Rikschas, Motorrollern, verrotteten Kleinbussen, vollgepfercht mit Menschen, bahnen sich ihren Weg und werden immer wieder durch freilaufende, heilige Kühe zum ehrfurchtsvollen Halten gezwungen.

Am Wegesrand, der keinen Fußweg zulässt, versuchen Händler vor ihren primitiven Verkaufsständen Ware anzupreisen. Dazwischen hocken Menschen und zuweilen das, was von ihnen übriggeblieben ist, im Staub und Schmutz. Oft sind sie amputiert bis zur Hüfte, blind, ausgemergelt mit einem Antlitz, dem jede Regung abhanden kam. Das ist nicht nur Armut, sondern wahres Elend, das zutiefst berührt und dessen Anblick man aushalten muss.

Palastanlage fernab von Hektik, Stress und harter Realität

Hat man Rishikesh hinter sich gelassen, geht die Fahrt entlang des riesigen Naturparks, der bis zum Resort reicht. Leoparden, Tiger, wilde Elefanten, Affen und eine vielfältige Tierwelt haben hier ihren Lebensraum. Nach knapp einer Stunde wird von Weitem der ehemalige Maharadscha-Palast auf einem Hochplateau von 1000 Metern Höhe sichtbar. Hinter einem schmiedeeisernen Tor erhebt sich eindrucksvoll das Anwesen. Eingebettet in gepflegte, weitläufige Parks, vermittelt die Palastanlage eine Atmosphäre fernab Das Ananda in The Himalayasvon Hektik und Stress. In diesem Refugium suchten bereits Bill Gates, Brad Pitt, Madonna und viele andere Prominente des Zeitgeschehens den "Bliss", die erleuchtende Seligkeit, konzentrierte Spiritualität oder einfach nur Ruhe und Abgeschiedenheit. Hier am Rande des ewig schneebedeckten Daches der Welt, auf diesem Hochplateau mit einem überwältigenden Blick auf das Tal des Ganges stellt sich schon sehr bald ungeheure Entspannung und Seelenfrieden ein – so man die Bereitschaft dafür mitbringt.

Die Mittel dazu: Yoga, Meditation, Ayurveda und Vedanta Lesungen. Nach einem herzlichen Empfang, werden wir von livrierten Angestellten in Elekto-Cars zum eigentlichen Hotel, das unterhalb des Palastes liegt, chauffiert. Über eine hölzerne Brücke erreicht man sein komfortables, geräumiges Zimmer mit spektakulärem Blick auf das 800 Meter tiefe Gangestal. Noch am gleichen Tag steht die Konsultation bei Dr. Vashney, dem Ayurveda-Arzt an. In einem vertraulichen Vier-Augen-Gespräch erkennt der erfahrene Doktor die persönliche "Dosha", d.h. die in der Philosophie der Veda bedeutsamen drei Persönlichkeitscharakteristika Vata, Pitta oder Kapha (Luft, Feuer, Erde) Entsprechend dieser Einschätzung stellt man die spezielle "Rejuvenation Cuisine" aus gesunder, nähstoffreicher Kost nach individuellen Bedürfnissen zusammen. Dass liebgewonnene Gewohnheiten nun in Frage gestellt werden, damit ist zu rechnen. Der nächste Morgen beginnt mit Yoga im kleinen Amphitheater. Die Yoga-Kleidung, ein zweiteiliger, weißer und leichter Baumwollanzug ist der Dresscode währen des gesamten Tages.



 

Buchtipp

Smokin‘ Switzerland

Buchtipp

Das ist ja wohl der Gipfel: Ein ganzes Magazin voll mit Schweizer Seiten. Schweizer Panoramen, Schweizer Künstler, Schweizer Musiker, Schweizer Cigarren. Und: Wussten Sie, dass Deep Purples "Smoke on the Water" am Genfer See das Licht der Musikwelt erblickte? Steht alles in der neuen Schweiz-Ausgabe von "Alles André" … weiter...