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| Frégate Island: Das gute Gewissen inklusive |
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Vier Grad südlich des Äquators und rund 1200 Kilometer östlich des afrikanischen Kontinents liegt die knapp vier Quadratkilometer große Privatinsel Frégate Island. Bewachsen mit üppiger Vegetation wird das Eiland von sieben Traumstränden mit weißem Puderzuckersand und mächtigen Granitfelsen umrahmt. Doch neben einer perfekten Tropenkulisse und einer einzigartigen Fauna und Flora beherbergt Frégate auch eines der exklusivsten Ferienressorts der Welt. Getreu dem Wahlspruch "Anything, Anytime, Anywhere" erleben Gäste hier ultimativen Luxus inklusive privatem Butlerservice inmitten unberührter Natur. Ein weltweit einmaliges Konzept.
Erdgeschichtlich betrachtet ist Frégate Island ein winziges Teilstück des prähistorischen Kontinents Gondwana. Als der Urkontinent einst auseinanderbrach und Afrika und Indien auseinanderzudriften begannen, blieb Frégate wie ein Brotkrümel einfach irgendwo im neu gebildeten südindischen Ozean liegen. Für Millionen Jahre blieb die Insel so von äußeren Einflüssen relativ unberührt. Die ersten Siedler auf Frégate waren vermutlich Piraten, die im 16. und 17. Jahrhundert zwischen ihren Raubzügen in den niederländischen Kolonien auf Frégate Island Schutz suchten.
Als Lazare Picault die Seychellen-Inseln, zu denen Frégate geographisch gehört, 1744 "entdeckte", war das blühende Eiland dann, neben der Hauptinsel Mahe, auch einer der ersten Außenposten, die besiedelt und landwirtschaftlich genutzt wurden. Mit den Siedlern kamen aber auch Ratten, Kakerlaken, Hunde, Katzen und vor allem die Kokospalme auf die Insel, die innerhalb weniger Generationen alles zu überrollen drohte, was einst in diesem Garten Eden existiert hatte. Innerhalb weniger Generationen geriet das empfindliche ökologische Gleichgewicht des Eilands so völlig aus den Fugen. Ironischerweise ist es ausgerechnet der Luxustourismus, der aus Frégate wieder einen der wenigen verbleibenden Plätze auf dem Globus gemacht hat, die den Namen Paradies wirklich verdienen, denn ein Großteil der Erträge des Luxusressorts, das sich, wie die gesamte Insel, im Privateigentum eines deutschen Industriellen befindet, fließen in einen ökologischen Masterplan, dessen Ziel die systematische Renaturierung des Eilands ist.
Das bedeutet, Frégate Island soll soweit als möglich wieder in den Zustand zurückversetzt werden, den die Insel vor der Ankunft der ersten Siedler hatte. Mit großem Aufwand wurden in einem ersten Schritt eingeschleppte Tierarten, die die einheimische Fauna und Flora bedrohen – allen voran verwilderte Katzen und Ratten – von der Insel entfernt. Um ein neuerliches Einschleppen der Ratten zu verhindern, dürfen Frégate keine fremden Schiffe anlaufen. Deshalb werden alle Waren auf See in kleine Landungsboote umgeladen, bevor sie an Land gebracht werden dürfen. Der Hafen selbst ist hermetisch zur Insel hin abgeschottet. Überhaupt in Frégate für Touristen – abgesehen von den maximal knapp 40 Gästen des Frégate Island Private Ressorts – absolut tabu.
Naturschutz - eine Sisyphos-Aufgabe
Auch das ist ein wesentlicher Beitrag zum Erhalt der Insel. Gleichzeitig konzentrierte man sich auf die Wiederherstellung der natürlichen Inselvegetation, da nach 200 Jahren extensiver Monokultur mit Kokosnuss- und Zimtplantagen viele einheimische Arten verschwunden waren. Zu diesem Zweck wurde die größte Baumschule der Seychellen gegründet und mit Zehntausenden von Bäumen, Sträuchern, Büschen und Blumen begann die Wiederaufforstung der Insel mit endemischen Arten, die behutsam in ihrem natürlichen Lebensraum re-integriert werden mussten. Aber natürlich ist es unmöglich alle eingeschleppten Arten auszurotten und auch die verwilderten Kokospalmen dürfen, anders als die Plantagenbäume, von Gesetzes wegen nicht gefällt werden.
Jedoch wird deren weitere Ausbreitung systematisch unterbunden. Eine wahre Sisyphos-Aufgabe. 80 Prozent der Insel konnten so aber mittlerweile in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden. Außerdem werden für jeden neu anreisenden Gast zwei endemische Bäume gepflanzt. Ein weiterer wichtiger Schritt ist der aktive Schutz von vom Aussterben bedrohten Tierarten, wie des seltenen Seychellen-Magpie Robin, eines Vogels der nur auf Frégate Island zu finden ist und der gerne in den Gästevillen vorbeischaut, um dort Brosamen aufzupicken, oder des ebenfalls nur auf Frégate lebenden, archaisch anmutenden Tenebrionid-Käfers. Außerdem bietet die Insel Lebensraum für die mittlerweile weltweit zweitgrößte Kolonie der seltenen Aldabra-Riesenlandschildkröten, die in einer eigenen Aufzuchtstation in den ersten Lebensjahren von Feinden, vor allem aber Schildkrötendieben, geschützt werden.
Die Erfolge des Programms sind überwältigend: So stieg die Zahl der Magpie Robins von Ende der 90-er Jahre von nur 22 auf heute etwa 100 Exemplare und von den gewaltigen Landschildkröten gibt es auf Frégate mittlerweile annähernd 1000 Tiere. Die sind in der Regel übrigens zwar recht scheu und suchen in gemächlichem Tempo das Weite, wenn man ihnen zu nahe kommt, aber James, ein vermutlich bereits mehr als 150 Jahre altes Schildkröten-Männchen, wartet am Wegesrand regelmäßig schon am frühen morgen auf Gäste, die ihn mit frischen Mangos oder Ananas füttern. Doch Vorsicht: Mit seinem papageienartigen Schnabel kann James im Eifer des Gefechts auch mühelos einen Finger abbeißen. Es empfiehlt sich also ihm die Leckerbissen am Stöckchen zu servieren.
Frégate in seiner ganzen Ursprünglichkeit
Frégate Island ist durch diese Maßnahmen gleichzeitig zu einem weltweit führenden Beispiel dafür geworden, dass auch in ökologisch höchst sensiblen Systemen eine ausbalancierte Koexistenz von Mensch und Natur, oder besser: von Natur und Mensch, möglich ist. Während die Gäste des Ressorts die Natur auf ausgedehnten Wanderungen ganz unmittelbar erleben und genießen können, erfreuen sich die Vögel, Insekten und Reptilien auf ihre Weise an der vom Mensch geschaffenen Infrastruktur. So ist beispielsweise die Ylang Ylang Dachbedeckung eine beliebte Materialquelle für den Nestbau, die asphaltierten Wege eine praktische Möglichkeit sich vor der Nachtruhe noch einmal aufzuwärmen, wovon insbesondere der bis zu 20 Zentimeter lange und zigarrendicke Seychellen-Riesentausendfüßler gerne Gebrauch macht und die Bruchsteinmauern, die die 16 im Kolonialstil errichteten Gästevillen, alle mit eigenem Pool, einfrieden, bieten ideale Verstecke vor Sonne oder Regen.





