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| Bali: Nachhaltiger Luxustourismus |
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Nicht nur die verheerenden Terroranschläge des Jahres 2002 in Kuta, vor allem gravierende Umweltprobleme haben das von der Tourismusindustrie sorgsam gehegte Image Balis als unberührtes Tropenparadies in den letzten Jahren ins Wanken gebracht. Die ökologischen Folgen der Überentwicklung im Zuge des in den 80er Jahren einsetzenden Massentourismus haben in manchen Regionen der Insel katastrophale Ausmaße angenommen.
Die ökologischen Folgen der Überentwicklung im Zuge des in den 80er Jahren einsetzenden Massentourismus haben in manchen Regionen der Insel katastrophale Ausmaße angenommen. Der allgegenwärtige Plastikmüll, Wasserknappheit, schleichende Grundwasser- und Bodenkontamination, sowie die Erosion fruchtbarer Ackerflächen stellen die Behörden vor fast unlösbare Probleme. Als Folge der Erderwärmung bedrohen außerdem zunehmend unberechenbare Tiden küstennahe Dörfer und Siedlungen, während die schützenden Korallenriffe vor der Küste absterben. Gleichzeitig trägt der steigende Energiehunger der Tourismuszentren entscheidend zum Bau immer neuer fossil befeuerter Kraftwerke wie des Kohlemeilers Rembang auf der Nachbarinsel Java bei, der im Frühjahr 2010 ans Netz ging.
Ackerflächen im Fokus der Bodenspekulanten
Mittlerweile wird offen die Errichtung eines weiteren Kraftwerkblocks an der unberührten Nordküste Balis selbst diskutiert. Mit unabsehbaren Folgen für das ohnehin labile Ökosystem der Insel. Ständig steigende Bodenpreise verleiten viele Bauern außerdem zum Verkauf fruchtbarer Ackerflächen an Bodenspekulanten, was nicht nur der weiteren Zersiedelung Vorschub leistet, sondern auch die Versorgungssituation der Bevölkerung mit dem Grundnahrungsmittel Reis verschlechtert. Mittlerweile werden die Bauern von Jakarta angehalten mit genmanipulierten Reissorten, die eine zusätzliche Ernte im Jahr ermöglichen, gegenzusteuern.
Die auf den aufgegebenen Flächen neu entstehenden Siedlungen benötigen wiederum tausende Kubikmeter Trinkwasser für private Pools und Unmengen an Energie für Air Conditioning, Umwälzpumpen oder Gartenbeleuchtung - und produzieren noch mehr Müll.
Problemfall Müllaufkommen
Ein Teufelskreislauf. Gepaart mit der in Indonesien allgegenwärtigen Korruption, die eine Koordination effektiver Gegenmaßnahmen fast unmöglich macht, wurde so eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt, die Bali an den Rand eines ökologischen Kollaps geführt hat. Doch noch ist es nicht zu spät, denn das Umweltbewußtsein auf der Insel wächst seit wenigen Jahren endlich schneller als die Müllberge am Straßenrand. Und die sind nach wie vor das größte sichtbare Problem. Das Müllaufkommen pro Einwohner liegt auf Bali im Schnitt um den Faktor zehn höher als im Rest des Inselstaates, obwohl Kunststoffe dort bis vor wenigen Jahrzehnten praktisch unbekannt waren.
Lebensmittel und andere Güter wurden früher in Bananenblättern oder geflochtenen Körben verpackt, die nach Gebrauch im nächsten Fluss oder am Straßenrand entsorgt werden konnten, weil sie sich im tropisch feuchten Klima innerhalb weniger Wochen von selbst zersetzt haben.
Erste Erfolge
Aber Plastikmüll und Metallschrott von heute bleiben – für Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte. Zahlreiche privat initiierte NGOs wie EcoBali, IDEP, GUS oder BaliFokus haben deshalb vorrangig dezentrale Konzepte für eine effektive Mülltrennung und Recycling entwickelt, um der schleichenden Überflutung der Insel mit Kunststoffabfällen Einhalt zu gebieten. In den Schulen lehren Mitarbeiter der Umweltschutzorganisationen, wie Abfall vermieden, Energie und Wasser eingespart werden können, in der Hoffnung, dass die Kinder ihr Wissen zu Hause an die Eltern weitergeben.
Und erste Erfolge dieses Ansatzes sind in größeren Städten wie Denpasar oder Badung bereits sichtbar: Aus abgetrenntem Biomüll wird in Kompostieranlagen preiswerter Dünger oder dient als Schweinefutter, aus recycelten Metallen und Kunststoff werden in Dorfkooperativen Gebrauchsgegenstände hergestellt, die mit Profit verkauft werden können. Aber auch in der Tourismusindustrie, nach wie vor Balis wichtigster Wirtschaftsfaktor und gleichzeitig einer der größten Umweltsünder und Energiefresser, bahnt sich mittlerweile eine kleine grüne Revolution an. Seit kurzem gibt es im Destrikt Petang am Fuss des Mount Agung sogar ein erstes Agro-Tourismus Projekt.
Noch aber sind es nur wenige Resorts, die sich um nachhaltige und ressourcenschonende Angebote bemühen. Aber seit sich in der Branche herumgesprochen hat, dass nachhaltiges Wirtschaften nicht nur Geld kostet, sondern mittelfristig den Profit durchaus steigern kann, finden die Ökopioniere der Insel zunehmend Nachahmer.
Trendsetter für Ökotourismus
Trendsetter in Sachen hochwertiger Ökotourismus auf Bali ist die in Singapur ansäßige Alila-Gruppe. Deren CEO Mark Edleson beweist seit Jahren mit über ganz Südostasien verstreut liegenden Hotels und Resorts, dass sich Luxus, innovatives, zeitgemäßes Design und ökologisches wie soziales Engagement nicht ausschließen. Flaggschiff im Nachhaltigkeitskonzept von Alila ist die 2009 ins Leben gerufene Premium Marke Alila Villas mit den im letzten Jahr eröffneten Resorts Uluwatu hoch auf den Kalksteinklippen der Halbinsel Bukit ganz im Süden Balis und Soori in der noch weitgehend unerschlossenen Region Tabanan an der grünen Westküste der Insel.
Dazu kommt das Villas Resort Hadahaa auf den Malediven. Weitere Anlagen auf Grundlage des neuen Konzepts sind bereits in Planung oder im Bau.Während die beiden "klassischen" Alia-Resorts auf Bali in Ubud und Manggis in Sachen Energieeffizienz, Recycling, Müll- und Wassermanagement schon seit Jahren in der Tourismusbranche anerkannte Maßstäbe gesetzt haben, geht Alila mit den neuen Villas Resorts nun einen, den entscheidenden Schritt weiter.
Der Nachhaltigkeitsaspekt ist nicht mehr bloßes Vermarktungsargument, sondern wird zum Ausgangspunkt, auf dem das gesamte Projekt - vom Design- bis zum Betriebskonzept - aufbaut. In enger Kooperation mit der Ökotourismus-Zertifizierungsagentur Green Globe, ausgegliedert aus dem weltgrößten Forschungszentrums für nachhaltige Entwicklung (Agenda 21), wurde die Anlage im Hinblick auf annähernd 250 Standards eingehend überprüft. Als einzige Hotelresorts in Indonesien erhielten die Alila Villas Uluwatu und Soori und analog Hadahaa auf den Malaediven für ihre kompromisslose Orientierung an ökologische Nachhaltigkeitskriterien die höchste Green Globe Zertifizierung. Das setzt ein umfassendes, aktiv gelebtes und ständig neu angepasstes Umweltkonzept unter Einbeziehung der individuellen Rahmenbedingungen am geplanten Projektstandort voraus.
Konsequentes Nachhaltigkeitskonzept der Alila Villas
Gemeinsam mit der Green Asia Group, einem Spezialisten für CO2 Minimierung, arbeitet Alila außerdem daran, den Gästen langfristig einen komplett CO2 neutralen Urlaub anbieten zu können – inklusive Flug. Zu diesem Zweck wird in der Konzernzentrale derzeit ein Programm entwickelt, um möglichst exakt bestimmen zu können, wie viel zusätzlichen CO2-Ausstoß der jeweilige Aufenthalt in einem Alila Resort erzeugt und welche Ausgleichsmaßnahmen erfoderlich sind, um das zu kompensieren. Ein erster wichtiger Meilenstein: Die Auszeichnung der Alila Headquarters als komplett CO2 neutral in 2009 – die erste solche Auszeichnung für ein Unternehmen in Singapur überhaupt.
Doch wie sieht das Nachhaltigkeitskonzept der Alila Villas eigentlich konkret aus? In der Tat greift hinter den bis ins letzte Designdetail durchgestylten Fassaden der Resorts ein ganzes Räderwerk eng aufeinander abgestimmter Maßnahmen ineinander, um den ökologischen Fußabdruck der Anlagen so wenig wie möglich sichtbar werden zu lassen. Das geschieht aber so subtil, dass die meisten Gäste davon wohl überhaupt nichts mitbekommen.
Die meisten halten zahlreiche umweltrelevanten Bau- und Planungselemente vermutlich schlichtweg für ästhetische, ansonsten aber "nutzlose" Designfeatures. Am perfektesten umgesetzt ist dieses "Functional Design"-Konzept im Resort Uluwatu. Geplant von der vielfach ausgezeichneten Designschmiede WOHA aus Singapur, spezialisiert auf Architekturkonzepte in tropischen Regionen, erstreckt sich die Anlage aus rund 60 Pool-Villas und 25 Privatresidenzen auf einem mehr als 14 Hektar großen Areal am Südzipfel der Halbinsel Bukit, die erst nach dem 2. Weltkrieg beim Bau des Flughafens Nagurah Rai südlich von Denpasar mit der Hauptinsel Bali verbunden wurde und die von einer halbtrockenen Savannenlandschaft geprägt ist.
Sensibles Ökosystems mit einzigartiger Fauna und Flora
Oberstes Ziel bei der Projektentwicklung: Durch den Bau des Resorts sollte so wenig wie möglich in diese Landschaft eingegriffen, ja die gesamte Anlage durch eine außerraumorientierte Architektur mit der sie umgebenden Natur zu einer organischen Einheit verschmolzen werden. Und tatsächlich wirken die luftigen Gebäudeensemble wie Blüten- oder Fruchtansätze, die aus der üppigen Flora herauszusprießen scheinen und sich durch ihre Terrassenstruktur nahtlos in die sanft bis zur Kliffkante und zum Meer hin abfallende Hänge einfügen. Dabei entsteht eine fast schon meditative Atmosphäre.
Unterstützt wird dieser Eindruck von der Weitläufigkeit und der geringen Bebauungsdichte des Gländes in Verbindung mit einer unterirdischen Erschließung aller zentralen Servicebereiche und Anlieferzonen, die selbst bei kompletter Belegung des Resorts das Gefühl vermitteln, man wäre der einzige Gast, die wenigen sichtbaren Mitarbeiter alleine um das ganz persönliche Wohlergehen bemüht.





