Miesmuscheln sind im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer bedroht - dies ist die Schlussfolgerung, die WWF und Schutzstation Wattenmeer aus einem aktuellen Bericht der Landesregierung in Kiel ziehen.
Danach gingen selbst die geschützten Bestände auf den Wattflächen in 20 Jahren um 79 Prozent zurück. Miesmuscheln haben nach Ansicht der Umweltschützer jedoch eine herausragende Bedeutung für die biologische Vielfalt des Wattenmeeres: Sie bilden mit ihren Bänken Riffe, auf denen unzählige andere Organismen wachsen und sind Lebensgrundlage von muschelfressenden Wattvögeln wie Austernfischern und Eiderenten. Auch die Bestände dieser Vögel gehen seit langem zurück.
"Wenn aus dem Muschelbericht der Landesregierung jetzt keine Konsequenzen folgen, können wir die gesetzlichen Schutzziele für den Nationalpark nicht erreichen", sagt Hans-Ulrich Rösner, Wattenmeer-Experte beim WWF. "Natürliche Miesmuschelbänke müssen auch im Unterwasserbereich des Nationalparks wachsen können und dürfen nicht sofort abgefischt werden."
Seit Jahren werde praktisch jede im ständig wasserbedeckten Teil des Nationalparks entstehende Muschelbank zur Gewinnung von Saatmuscheln für die Kulturbänke der Muschelfischer mit schwerem Geschirr befischt und so zerstört. Selbst in den tiefen Prielen, die als Fahrwasser durch die Kernzone des Nationalparks führen, würden die Muscheln entnommen.
Es bestehe bei importierten Muscheln, die zum Bestanderhalt eingesetzt werden, laut WWF zudem die Gefahr, dass weitere gebietsfremde und invasive Arten in das Wattenmeer eingeschleppt würden - mit weitreichenden Folgen für das sensible Öko-System des Wattenmeeres.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter www.wwf.de.
Quelle: WWF
Foto: lol





