Das Europäische Parlament hat abgestimmt. Diesmal auf der Agenda: Informationen, die Verbraucher in Zukunft beim Einkauf bekommen müssen. Die geplanten Regelungen bringen jedoch kaum Fortschritte. Auf den Produkten werden sie also nicht viel mehr Informationen finden als jetzt schon.
"Keine Angaben zu den Nährwerten auf der Vorderseite, keine Informationen zur Herkunft außer bei Frischfleisch, Mini-Schrift von 1,2 oder sogar nur 0,9 Millimetern. Wer auf der einen Seite immer vom "mündigen Verbraucher" spricht, dann aber solche Gesetze macht, verhöhnt die Bürger Europas", meint Matthias Wolfschmidt, stellvertretender Geschäftsführer der Verbraucherorganisation foodwatch. Nach jahrelangen Diskussionen haben sich EU-Parlament, Ministerrat und Kommission im Vorfeld auf einen Kompromiss geeinigt.
Und so sieht er aus:
Nährwertkennzeichnung: Für die Angabe von Nährwerten wie Zucker, Fett und Salz soll nicht nur auf die leicht verständliche Kennzeichnung mit den Ampelfarben verzichtet werden. Auf der Vorderseite sollen Verbraucher dazu gar keine Informationen finden. Lediglich für die Rückseite sollen Zahlenangaben in einer Tabelle vorgeschrieben werden - bisher ein freiwilliger Service der Produzenten. Hersteller können den Verbrauchern also weiterhin auf der Produktvorderseite "Fitness" und "leichte Zwischenmahlzeiten" versprechen, die Nährwerte aber auf der Rückseite im Kleingedruckten verstecken. Immerhin müssen sich die Angaben dort auf einheitliche 100 Milligramm beziehungsweise Milliliter beziehen.
Herkunftskennzeichnung: Nur bei Frischfleisch soll die Angabe der Herkunft Pflicht werden. Verbraucher werden also weiterhin nicht erfahren, in welcher Region die Kühe auf der Weide standen, deren Milch sie kaufen; sie werden nicht erfahren, woher das Fleisch stammt, aus dem die Wurst ist oder woher die Erdbeeren in der Marmelade kommen.
Schriftgröße: Die Berichterstatterin des Europäischen Parlaments, Dr. Renate Sommer (CDU), jubelte in einer Pressemitteilung: "Alle Pflichtangaben müssen in Zukunft lesbar sein." Ob dies für alle Verbraucher bei einer geforderten Schriftgröße von 1,2 Millimetern - für Kleinverpackungen sogar nur 0,9 Millimetern - gilt, ist zumindest fragwürdig.
Quelle: foodwatch
Weitere Informationen finden Sie unter www.foodwatch.de.
Foto: msc





