Das ist ja wohl der Gipfel: Ein ganzes Magazin voll mit Schweizer Seiten. Schweizer Panoramen, Schweizer Künstler, Schweizer Musiker, Schweizer Cigarren. Und: Wussten Sie, dass Deep Purples "Smoke on the Water" am Genfer See das Licht der Musikwelt erblickte? Steht alles in der neuen Schweiz-Ausgabe von "Alles André" …
Neutral wie bei den Eidgenossen geht es in "Alles André", dem Magazin von Arnold André – The Cigar Company nicht immer zu. Im Sinne der Heft-Devise "Über Cigarren. Und alles andere" wird über den üblichen Tellerrand geguckt. So gibt’s unter der Headline "Connaisseur, Philosoph, Weltmann" ein Porträt der Ikone Zino Davidoff und seiner Cigarren- und Cigarillo-Dynastie, die in der Schweiz entstanden ist. Ursus Wehrli zeigt, wie Ordnungswut zu Moderner Kunst wird. Obwohl es um seine Heimatstadt Bern herum nie Baumwollfelder gab, hat sich Philipp Fankhauser dem Blues verschrieben. Mit internationalem Erfolg.
Und was ist mit "Smoke on the Water"? So viel sei hier verraten: Sie können den Titel ganz schön wörtlich nehmen. Der berühmteste Song der Rockgeschichte entstand am Genfer See. "Über Cigarren" steht in der Schweiz-Ausgabe von "Alles André" einiges – und das in außergewöhnlicher Form: In alpiner Höhenluft werden sich Cigarren genüsslich angezündet. Dabei fragen sich die Beteiligten: "Wie schwer ist Rauch?". Und beschäftigen sich mit Thomas Manns "Zauberberg". "Wer nicht raucht, bringt sich um des Leben bestes Teil!" steht dort schließlich geschrieben. Und wer "Alles André" nicht liest, verpasst auch das: Schweizer Weine und Spirituosen im ausgiebigen Tasting. In Kombination mit Cigarren selbstverständlich!
KULINARIKER-Tipp: http://www.alles-andre.de/
Foto: Alles André



Wenn man nur mehr Zeit hätte. Beispielsweise könnte dann der Frage
nachgegangen werden, ob ein Zusammenhang zwischen ökonomischer und
kulinarischer Entwicklung bestünde. Eine Frage in diesem Kontext könnte dann
sein, ob in schlechten Zeiten - was vordergründig logisch erscheint - weniger
auf den Tisch kommt und in guten eben deutlich mehr. Das Gegenteil scheint
jedoch der Fall zu sein. Ein nur oberflächlich durchgeführter Vergleich von
Wirtschaftsentwicklung anhand von Wachstumskennzahlen und Food-Fotografien der
Vergleichszeiträume zeigt, dass gerade in Boom-Zeiten die präsentierten
Gerichte deutlich reduzierter ausfallen (Ausnahme: die 50er Jahre, in denen
nach kriegsbedingtem Darben kräftig zugelangt wurde) und kubistisches
Schnitzwerk die Berge von Nahrung verdrängt. Das mag an der Zielgruppe liegen,
die sich längst qua ererbten oder erarbeiteten Grundvermögen abgekoppelt hat
von ökonomischen Entwicklungen und einfach nur gerne gut isst. Reine
Spekulation, keine Erklärung. Auch geht es in postindustriellen Zeiten um
deutlich mehr denn die simple Nahrungszufuhr - es darf halt auch in der Küche
das moderne Design der Standard-Einrichtungshäuser nicht fehlen. Zudem ist das
Streben nach Profitmaximierung schon längst bei den Köchen angekommen. Die
einfache Gleichung: Weniger auf dem Teller heißt mehr in der Kasse. Hübsch
angerichtet und verpackt, fällt uns das nicht sonderlich auf. Vielleicht ist
es aber auch nur ein Zeichen von Zeitmangel. Reduktion, schneller Konsum, acht
Gänge in einer Stunde, Mund abputzen und dann wieder raus in die Welt und
Mehrwert schaffen. Ist deshalb das japanische Fast Food Sushi so beliebt?
Werden deshalb Pitbull-Weine mit 14,5 Volumenprozent gelupft? Ach, wenn man
nur mehr Zeit hätte,
meint DER KULINARIKER.
Laurent Delarbre, Chefkoch Restaurant La Tour d'Argent, Paris.: Der Honig vom La Tour d'Argent wird nur in unseren Küchen und für den Service
vom Tee-Salon verwendet, ist aber auch verfügbar für den Verkauf über unseren
Online-Shop und in unserer Boutique Les Comptoirs de La Tour d'Argent. Foto: Stephan Gabriel

