"A New Austrian Empire?" titelt die einflussreiche Weinkritikerin Jancis Robinson unlängst in der Financial Times. Sie stellte die Frage, ob nach dem Siegeszug österreichischer Weißweine weltweit nun die Welt schon reif für Österreichs Rotweine sei.
Wer hätte das vor 25 Jahren gedacht, im Jahr 1986, als Österreichs Weinwirtschaft am Boden lag - ohne erfolgreiche Strukturen, mit negativem Image, ohne Vision. Alle bisherigen Weinvermarktungsinstitutionen, wie beispielsweise die Österreichische Weinwerbung (1952-1968) und der Österreichische Weinwirtschaftsfonds (1969-1986), leisteten zwar durchaus gute Arbeit - den Weinskandal und seine dramatischen Folgen für den Absatz sowie den Vertrauensverlust der Verbraucher konnten sie letztendlich nicht verhindern. Die Entwicklungen 1985 und das daraus folgende neue, strenge Weingesetz 1986 machten den Weg frei für die Gründung der "Österreichischen Weinmarketing Servicegesellschaft" (ÖWM) zur Förderung des Absatzes und der Qualitätsweinproduktion".
Erfolgreiches Weinmarketing seit 1986
Die ÖWM stellte für viele den Neuanfang nach dem Weinskandal dar und verstand sich von Beginn an als neue Dachmarketing-Organisation. Wolfgang Lusak startete als erster ÖWM-Geschäftsführer mit Werbemaßnahmen zur Neupositionierung des österreichischen Weinimages. Mit Erfolg. Zielten die ersten Kampagnen noch auch den heimischen Markt und das ebenfalls durch den Weiskandal gebeutelte Deutschland, wurden zu beginn der 90-er Jahre die Auslandsmärkte in den Fokus genommen.
"Unsere Arbeit ist oft Guerilla-Marketing", meint Willi Klinger, seit 2007 Chef der ÖWM. "Das heißt, dass wir mit einem kleinen, schlagkräftigen Team eine große Zahl von Personen betreuen und vor allem immer wieder überraschen. Besonders im Ausland ist das ausschlaggebend für ein kleines Weinland wie Österreich. Dafür ist es ungemein wichtig, immer am Puls der neuesten Entwicklungen zu sein, Trends vorzugeben, mit allen Kontakt zu halten und dabei authentisch und kreativ zu bleiben."
Der aussagekräftigste Beweis des "kleinen Weinwunders" Österreich sind die Exportzahlen der letzten 25 Jahre und deren Entwicklung hin zum Exportrekord 2010 (123 Millionen Euro/ 62 Millionen Liter). "Noch nie hat die österreichische Weinwirtschaft eine höhere Wertschöpfung erzielt als 2010", freut sich Klinger. "Wir sehen jetzt, dass sich in den wichtigsten Exportländern unser hochwertiges Image langsam in Geschäftserfolge verwandelt". Wachstumspotential sieht der der ÖWM zudem in der Erschließung neuer Märkte wie Asien, Russland, Brasilien.
Weitere Informationen finden Sie unter www.österreichwein.at.
Foto: msc



