Es ist Halbzeit in Hoppegarten und der Höhepunkt der diesjährigen Rennsaison steht kurz bevor: Alles fiebert dem Grossen Preis von Berlin entgegen, der in seiner 121. Auflage am Sonntag den 24. Juli 2011 als Gruppe I-Rennen, der höchsten europäischen Klassifizierung, auf seine Heimatbahn zurückkehrt. Der Grosse Preis von Berlin ist eines von nur sieben Gruppe I-Rennen in Deutschland
Mit "Scalo" und "Night Magic" werden gleich zwei "Galopper des Jahres" in diesem Top-Rennen starten. Auch Pferde des weltgrößten Rennstalls Godolphin - im Besitz von Scheich Mohammed, dem Herrscher von Dubai - sind für das Rennen genannt. 175.000 Euro plus Züchter- und Besitzerprämien können die Weltklassepferde im Grossen Preis von Berlin eingaloppieren. Damit ist der Grosse Preis von Berlin nach dem Deutschen Derby, dem Preis der Diana (Stuten-Derby) und dem Großen Preis von Baden nun das am vierthöchsten dotierte Rennen in Deutschland.
Weitere Informationen finden Sie unter www.hoppegarten.com.
Foto: Galopprennbahn Hoppegarten/Frank Sorge



Wenn man nur mehr Zeit hätte. Beispielsweise könnte dann der Frage
nachgegangen werden, ob ein Zusammenhang zwischen ökonomischer und
kulinarischer Entwicklung bestünde. Eine Frage in diesem Kontext könnte dann
sein, ob in schlechten Zeiten - was vordergründig logisch erscheint - weniger
auf den Tisch kommt und in guten eben deutlich mehr. Das Gegenteil scheint
jedoch der Fall zu sein. Ein nur oberflächlich durchgeführter Vergleich von
Wirtschaftsentwicklung anhand von Wachstumskennzahlen und Food-Fotografien der
Vergleichszeiträume zeigt, dass gerade in Boom-Zeiten die präsentierten
Gerichte deutlich reduzierter ausfallen (Ausnahme: die 50er Jahre, in denen
nach kriegsbedingtem Darben kräftig zugelangt wurde) und kubistisches
Schnitzwerk die Berge von Nahrung verdrängt. Das mag an der Zielgruppe liegen,
die sich längst qua ererbten oder erarbeiteten Grundvermögen abgekoppelt hat
von ökonomischen Entwicklungen und einfach nur gerne gut isst. Reine
Spekulation, keine Erklärung. Auch geht es in postindustriellen Zeiten um
deutlich mehr denn die simple Nahrungszufuhr - es darf halt auch in der Küche
das moderne Design der Standard-Einrichtungshäuser nicht fehlen. Zudem ist das
Streben nach Profitmaximierung schon längst bei den Köchen angekommen. Die
einfache Gleichung: Weniger auf dem Teller heißt mehr in der Kasse. Hübsch
angerichtet und verpackt, fällt uns das nicht sonderlich auf. Vielleicht ist
es aber auch nur ein Zeichen von Zeitmangel. Reduktion, schneller Konsum, acht
Gänge in einer Stunde, Mund abputzen und dann wieder raus in die Welt und
Mehrwert schaffen. Ist deshalb das japanische Fast Food Sushi so beliebt?
Werden deshalb Pitbull-Weine mit 14,5 Volumenprozent gelupft? Ach, wenn man
nur mehr Zeit hätte,
meint DER KULINARIKER.
Nicolas Géant, Imker: Der Geschmack ist immer abhängig von den jeweiligen Blumen, die von den Bienen
angesteuert werden. Foto: Stephan Gabriel

