PR-Legendenbildung oder realer Hintergrund - die Geschichte von GOOD OIL liest sich recht flockig: Das Filmemacher-Ehepaar Henry Braham und Glynis Murray, beide in der Landwirtschaft groß geworden, kehrten im Jahr 1996 mit dem Kauf der Collabear Farm zum Farmleben zurück.
Sie begannen nach Möglichkeiten für eine umweltschonende Landwirtschaft zu suchen und stießen auf eine ungewöhnliche und einzigartige Pflanze: Hanf. Jahrhundertelang ein entscheidender Rohstoff für die Wirtschaft in Nord-Europa, war Hanf gerade wieder im Vereinigten Königreich eingeführt worden und schien ihren Anforderungen perfekt zu entsprechen. Denn Hanf ist nicht nur besonders umweltschonend, er braucht auch keine Pestizide für den Anbau und bindet effektiv Kohlendioxid. Zunächst nutzten die beiden mit dem Hanfanbau ausschließlich die Fasern der Hanfpflanze, die erfolgreich in der Automobilproduktion eingesetzt wurden. Erst als sie eines Abends im Spätsommer mehrere Hanfsamen in den Feldern aufsammelten und probierten, waren beide begeistert vom Geschmack. Herausgekommen ist nach einigen Jahren des Experementierens das Speiseöl GOOD OIL auf Hanfsamenbasis. Soweit die Legende.
Hier die Fakten: Auf dem Feld produziert ohne den Einsatz von Herbiziden oder Pestiziden, kaltgepresst und fix in Flaschen abgefüllt. Die Pflanze wir zu 100 Prozent genutzt. Was nicht im Öl landet, wird zu ökologischem Baumaterial verarbeitet. Das Öl ist reich an Omega-3-Fettsäuren und der seltenen Gamma-Linolensäure (GLA). Zudem besitzt Hanföl im Vergleich zu Olivenöl rund 40 Prozent weniger gesättigte Fettsäuren und das 25-fache an Omega-3-Fettsäuren. Klingt gesund und ist obendrein lecker. GOOD OIL weist klare Nusstöne auf und gibt Salaten eine pfiffige Note. Dies wiederum schränkt den Einsatz in der Pfanne etwas ein. Wer neben kulinarischen Effekten auch bewusstseinserweiternde erwartet, liegt falsch: GOOD OIL enthält kein Tetrahydrocannabinol, besser bekannt als THC, und führt zu keinen psychoaktiven Reaktionen. Auch wenn das Unternehmensvideo anderes vermuten lässt.
Weitere Informationen unter www.goodwebsite.de.
Fotos und Video: Braham & Murray Ltd.



Natürlich sind Agrar-Spekulanten längst auf der untersten moralischen
Stufe angekommen. Spekulationsgeschäfte mit Nahrung töten. Genau wie
Monokulturen, Biodiesel aus Soja oder Spekulationen mit Wasser. Indirekt
geschieht dies, selten dokumentiert, mit zeitlicher Verzögerung. Die
verantwortlichen Akteure süffeln von Provisionen und Boni längst schon
Cocktails an der Bar, wenn für Apinke und Sowande der Todeskampf erst
beginnt. Außerdem liefern Hungertote einfach weniger spektakuläre Bilder
als beispielsweise durch Kleinwaffen zerfetzte Leiber. Deutschland ist
an der Verbreitung der "Massenvernichtungswaffen des 21. Jahrhunderts"
(Kofi Annan) immerhin mit einem Exportvolumen von 76,15 Millionen Euro
(2012) beteiligt. Und was bitteschön hat (legaler) Waffenhandel mit
(legalen) Warentermingeschäften zu tun? Eine ganze Mange. Das Primat des
Ökonomischen bestimmt längst die Grenzen des Politischen und Moral taugt
nur bedingt als ökonomisch messbare Größe. Der mehrfach chemisch
gereinigte EU-Gesetzentwurf zur Eindämmung der Nahrungsmittelspekulation
ist hierfür nur ein weiterer Beleg, meint DER KULINARIKER.



